News « zurück
2019.11.07
National

Verletzung des Sprunggelenks

Verletzung des Sprunggelenks
(Foto: www.medmix.at)

PRÄVENTION VON SPRUNGGELENKSVERLETZUNGEN IM BADMINTON - EINE FRAGEBOGENERHEBUNG

Sprunggelenksverletzungen zählen zu den häufigsten Verletzungen im Badminton. Jedoch gibt es im Badminton kein präventives Programm, das solchen Verletzungen entgegenwirkt.
Ziel dieser Studie war es, mithilfe eines Fragebogens, herauszufinden....

* inwieweit den österr. BadmintonspielerInnen evidenzbasierte präventive Maßnahmen für Verletzungen bekannt sind,
* welche sie ins Training bzw. in den Wettkampf integrieren,
* ob es einen Zusammenhang von Sprunggelenksverletzungen und der Anwendung von präventiven Maßnahmen gibt und
* ob weiterer Bedarf an mehr Informationen zu diesem Thema besteht.

Die Erhebung wurde online im Zeitraum vom 29. März bis 19. April 2019 im Rahmen meiner Bachelorarbeit im Studiengang Physiotherapie an der Fachhochschule Kärnten durchgeführt. Teilnahmeberechtigt waren alle Mitglieder des österr. Badmintonverbandes.


Ergebnisse
Insgesamt konnten 140 Fragebögen ausgewertet werden. Es konnten sowohl Hobby- als auch LeistungssportlerInnen erreicht werden (rund 24% gehören derzeit einem Landes- oder Nationalkader an). 64% gaben an, präventive Maßnahmen zur Prophylaxe von Sprunggelenksverletzungen zu kennen.
Mehr als die Hälfte (72 TeilnehmerInnen) erlitten zumindest einmal eine Verletzung am Sprunggelenk. Davon erlitten rund 21% bereits öfter als 3x eine Sprunggelenksverletzung. Die Verletzungen ereigneten sich zu rund 76% im Training und rund 40% im Wettkampf (Mehrfachantworten möglich). Am Häufigsten trat die Verletzung bei einem Ausfallschritt ins Vorderfeld (27 Nennungen) auf, gefolgt von einem Abfangschritt/-sprung (24 Nennungen) und Umsprung (17 Nennungen). Mehr als die Hälfte mussten aufgrund der Verletzung 7-30 Tage pausieren. 24% waren nach 1-6 Tage wieder fit und 15 SpielerInnen mussten mehr als 30 Tage pausieren.
Mehr als 90% der Befragten integrieren ein Warm-up Programm in den Trainingsalltag und von rund 61% wird dieses auch mehr als 2x pro Woche angewandt. Da mehr als 90% der österreichischen SpielerInnen ein Warm-up Programm anwenden, könnte man hier gezielte Übungen für den Badmintonsport adaptieren. Auch Übungen zur Fußgelenksbeweglichkeit und Propriozeptives Training (beinhaltet Balancetraining auf u.a. labilen Geräten mit/ohne Visus, statisch/dynamische Übungen) werden häufig im Training und Wettkampf angewandt. Jedoch muss betont werden, dass propriozeptives Training zumindest 2x pro Woche und über einen längeren Zeitraum durchgeführt werden muss, um einen Effekt zu erzielen. Unelastische Tapes und Orthesen zeigen vor allem nach einer Erstverletzung einen positiven Effekt.



Schlussfolgerung
Werden die vorhin dargestellten Ergebnisse zusammengefasst, so kann gesagt werden, dass...

* 75% der österreichischen SpielerInnen präventive Maßnahmen für das Sprunggelenk anwenden
* mehr als die Hälfte der österreichischen SpielerInnen (51,4%) zumindest einmal eine Verletzung am Sprunggelenk erlitten hat
* die Notwendigkeit einer Implementierung von präventiven Maßnahmen sinnvoll wäre
* sich insgesamt rund 60% der SpielerInnen mehr Informationen (vor allem in Form von Informationsmaterial, praktischen Taping-Kursen und eine Integration von Prävention bei Aus- und Fortbildungen) zu diesem Thema wünschen

Dabei sollte die Rolle der PhysiotherapeutInnen, TrainerInnen etc. gestärkt werden, um in Zukunft eine aktive Verletzungsprophylaxe im österr. Badmintonsport zu integrieren.

Wer weitere Informationen zu diesem Thema haben möchte - kann sich gerne bei mir melden!
Martina Nöst
martina.noest@gmx.at


« Zurück  Druckversion


Info-Box

Bachelorarbeit Martina Nöst
Handout