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2020.04.27
National

Covid-19

Covid-19
Foto: Sven Heise

Während das ÖBV Nationalteam seit einer Woche - unter speziellen Auflagen - wieder in der Halle (am BLZ Südstadt) trainiert, entschied sich Serena Au Yeong (19) bis zu ihrem Maturatermin in Vorarlberg zu bleiben, um sich dort auf ihren Schulabschluss vorzubereiten. Somit verschiebt sich ihr Hallentrainingsstart noch um einige Wochen. Wir wollten von ihr wissen wie sie sich aktuell und in den letzten Wochen mit dem Heimtraining zurecht gefunden hat:

Wie geht es Euch generell in der aktuellen Situation?
Zum Glück geht es mir den Umständen entsprechend ganz gut - gesundheitlich, körperlich und geistig. Bis auf das, dass mir das Badminton-Spielen wahnsinnig abgeht und ich die Halle wirklich vermisse, kann ich mich nicht beklagen. Ich bin froh, dass ich zu Hause in Vorarlberg bei meiner Familie bin. Da habe ich einfach mehr Raum und Freiheit (Garten, Natur,...) als ich eventuell in Wien in meiner Wohnung gehabt hätte. Auch die seelische Unterstützung meiner Familie tut mir gut. Ist generell toll, mal wieder Zeit für die Familie zu haben. Natürlich weiß ich über die vielen Konsequenzen dieser Situation Bescheid (Wirtschaft, Gesundheit,..) und das macht schon Angst, aber ich versuche, positive zu bleiben und das Beste aus der Situation zu machen und Neues zu lernen.

Was fehlt Euch derzeit am Meisten?
Badminton und die Halle und die ganzen internationale Turniere (wir hätten ja so einige eigentlich gespielt und auch die EM ist verschoben worden). Aber auch der soziale Kontakt mit Freunden und anderen Familienmitgliedern geht mir ab. Und natürlich das Reisen, das liebe ich nämlich.

Welche Trainingsmöglichkeiten habt ihr aktuell in Anbetracht der Sportstätten-Sperren?
Glücklicherweise habe ich zu Hause eine kleine Kraftkammer/Gym mit Hanteln und sämtliche andere Kraftgeräte. Auch ein Hometrainer/Ergometer ist dabei und ein Boxsack. In Vorarlberg besteht vor allem auch die Möglichkeit im Freien Laufen, Hiken, Biken und spazieren zu gehen. Das ist gut für meine generelle Fitness. Weiters habe ich tägliche Yoga Stunden für meine Flexibilität. Badmintonspezifisch habe ich die Möglichkeit im Freien Beinarbeit und Footwork zu machen und wir haben zu Hause auch die perfekte Wand, um Badminton gegen die Wand zu spielen.

Gibt es ausgefallene Trainingsimprovisationen, an die ihr in normalen Zeiten nie gedacht hättet?
Ausgefallen würde ich nicht sagen, aber man tut schon viel mehr für die Fitness, die vielleicht sonst schon zu kurz kommt. Ich sage immer, ich werde so fit und beweglich sein nach dieser Quarantäne. Ausgefallen bzw. Anders sind vielleicht meine Tabata Einheiten (high intensity), tägliche Yoga Stunden mit meiner Familie und auch sämtliche Outdoor Aktivitäten - man verwendet Stiegen, Hügel,... einfach alles was man so in die Hände bekommt.

Welche Ziele hattet ihr vor der "Coronakrise" und inwiefern haben sich diese nun verändert?
Mein Hauptziel heuer war und ist immer noch meine Matura sehr gut abzuschließen. Ich habe da extrem hohe Erwartungen und möchte mein Bestes geben. Das ist also ganz klar mein Fokus. Weiters war die EM Teilnahme diese Woche eigentlich ein großes Ziel. Leider wurde sie aufgrund der Covid-19 Situation bis auf weiteres verschoben. Das muss nun warten. Für das nächste Halbjahr würde eigentlich das Bundesheer anstehen. Ich habe mich freiwillig angemeldet und hoffe auf einen Heeressportlerplatz. Im Moment wurde dies aber auch verschoben. Wann das dann schlussendlich beginnt ist eine andere Frage. Im Herbst wollte ich dann wieder voll mit Turnieren starten, aber wir müssen schauen, wie sich alles entwickelt. Auf jeden Fall gilt es sich weiter zu entwickeln und besser zu werden.

Was ich noch sagen wollte:
Auch wenn diese Situation sehr negativ ist, denke ich, dass man viel davon lernen kann. Ich, zum Beispiel, habe gelernt, dass man im Leben flexibel sein muss. Man kann nicht alles kontrollieren, lediglich die Reaktion auf Situationen kann man kontrollieren. Es gilt das Beste aus allem zu machen. Ich habe auch gelernt, dass man auch mal Zeit für sich nehmen sollte und zur Ruhe kommen sollte. Vor allem heutzutage ist man da viel zu hektisch und das weiß ich jetzt. Ich habe auch gelernt, sämtliche neue Gerichte zu kochen und auch wie man umweltbewusster leben kann. Ich habe gelernt, meine Heimat zu schätzen und das wertzuschätzen, was man normal für selbstverständlich nimmt. Sportlich habe ich gelernt, dass ich zu viel mehr fähig bin als ich mir zuerst gedacht habe.


Hier zu sehen ist ein Video von Serena und Kilian Meusburger, welche sich beide aktuell in Vorarlberg befinden und sich auf die Matura vorbereiten. Bereitgestellt wurde das Video dankenswerter Weise von Michael Giesinger und dem Vorarlberger Badminton Verband. Weiters hat uns Serena zwei Videos von ihrer "Badminton-Cup-Challenge" mitgeschickt.

Einblick in das Hometraining der Vorarlberger NachwuchsathletInnen:


Wir bedanken uns bei Serena für das Interview, wünschen ihr weiterhin alles Gute, dass sie gesund bleibt und vor allem Alles Gute für die Matura.

Bericht: Miriam Gruber / ÖBV


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Info-Box

Serena Au Yeong:

Video Cup-Challenge