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2021.03.01
National

BWF Interview

BWF Interview
(Foto: BWF)

Der Badminton Weltverband (BWF) führte eine Interview Reihe mit den nationalen Shuttle Time Koordinatoren - diese Woche war für den ÖBV Tina Riedl am Wort.

Ich komme aus einer Familie ohne speziellen Badminton Backround. Da ich mit einem größeren Bruder aufgewachsen bin, habe ich immer viel Sport mit ihm gemeinsam betrieben - meistens Fußball, daher ergab sich auch eine große Vorliebe meinerseits für jede Art von Sport, vor allem für Teamsport. Ohne den sportlichen Backround, musste ich immer darum kämpfen, dass man mit Sport und im speziellen vom Badminton „"leben kann". So musste ich meine Eltern in meiner Kindheit davon überzeugen, dass ich an meinem ersten internationalen Turnier teilnehmen durfte, obwohl ich einige Tage in der Schule verpasst habe. Mir war immer klar, dass ich kein Badmintontraining verpassen möchte. So war es eine der ersten Eigenschaften, die ich mir angeeignet habe, das "managen" der eigene Zeiteinteilung. Es ging mir immer darum, genug Zeit für das Lernen für die Schule zu haben und trotzdem keine Trainingseinheit zu verpassen. Ich freue mich sagen zu können, dass ich meine Schule beendet habe und danach (trotzdem) meinen Traum wahr machen konnte, aus meinem Lieblingssport meinen Beruf zu machen.

Liebe auf den ersten Blick

Als ich acht Jahre alt war, besuchte ich mit meinem Bruder eine Kindersportgruppe. Nach dieser wöchentlichen Einheit sahen wir "Menschen", die einen lustig aussehenden "Ball" mit Schlägern von einer Seite des Netzes auf die andere "geschlagen" haben. Es war Badminton! Mein Bruder und ich haben es ausprobiert und uns sofort in diese Sportart verliebt. Da ich noch sehr jung war, war es damals eine Kombination aus dem Sport selbst, der Person, die uns mit der Liebe zu diesem Sport "infiziert" hat (mein erste Trainerin). Zusätzlich kam auch noch die Tatsache, dass - auch wenn der Sport individuell ist - eine Gruppe von Freunden im Training zusammengekommen ist, um gemeinsam zu spielen.

Eine tiefergehende Beziehung

Dieser Sport hat mein Leben geprägt. Erst als Spielerin (von der Anfängerin zur Nationalspielerin), dann kam die Transformation von der Spielerin zur Trainerin und dann weiter zur Administration (für den österreichischen Badmintonverband als Nachwuchs-Koordinatorin und jetzt als Generalsekretärin arbeitend). So war (und ist) Badminton ein großer Teil meines Lebens.

Als ich von der Spielerin zu Trainerin geworden bin, habe ich festgestellt, dass wir alle Teil einer lebenslangen Badmintonfamilie sind. Nachdem wir zunächst international als SpielerInnen mit- und gegeneinander antreten bzw. angetreten sind, treffen sich viele von uns auf internationalen Turnieren als TrainerInnen wieder. Das zeigt also, dass man durch Badminton eine wirklich große, internationale Familie hat, die ein Leben lang (zusammen) hält!

Was Badminton für mich bedeutet ...

Badminton ist ein Sport, der spannend, lustig, komplex, schnell ist ... all das macht diesen Sport so attraktiv. Man ist vielleicht ein Einzelspieler, aber du brauchst mindestens eine andere Person, mit der du trainierst, und oft trainierst du in einer Gruppe, was diesen Sport trotz Individualität gesellig macht.

Erfahrung mit Shuttle-Time

Meine Erfahrung mit Shuttle Time und der Verbreitung der Idee im Land war, dass es besonders am Anfang sehr wichtig ist, Influencer mit der Idee zu infizieren. Dadurch war es einfacher, mehr bzw. weitere Aktivitäten zu organisieren. Die BWF hat uns dank "Shuttle Time" mit sehr gut vorbereiteten Büchern und Videos ausgestattet und so war das relativ "einfach". Selbst am Anfang, als die Bücher nur auf Englisch (und nicht auf Deutsch) verfügbar waren, war es für Deutschsprachige trotzdem einfach, das Material zu verstehen und zu verwenden. Welch ein perfektes Werkzeug!

Erfahrungen mit Shuttle-Time

Es war es ein perfekter "Türöffner", um Zugang zu SportlehrerInnen zu bekommen, die keine direkte Verbindung zur Badmintoncommunity haben / hatten. In Österreich spielen bereits viele LehrerInnen im Turnunterricht Badminton, sie suchten aber nach Möglichkeiten/Material, um es auch zu unterrichten. Aus eigener Erfahrung können wir sehen, dass auch die Lehrpersonen ohne Badminton-Hintergrund einige Grundtechniken, die mittels Shuttle Time gelehrt werden, mit viel Freude an die Kinder weitergeben konnten.





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